MOSELSTEIG Seitensprung "Leiermannspfad"

Start- und Zielpunkte des Seitensprungs „Leiermannspfad" sind die romantischen Wein- und Ferienorte Enkirch und Star­kenburg. 

Von Enkirch führt der Weg über den Fußpfad zur Kath. Klos­terkirche „Klause". Gemächlich geht es oberhalb des Ahrings­baches weiter zur Ahringsmühle. Genießen Sie die Landschaft und die Bachaue rund um die ehemalige Mühle. Nun führt der Weg tief ins Ahringsbachtal bis zur Einmündung des Bachwe­ges. Von hier erreicht man nach ca. 200 Meter die Obere Star­kenburger Mühle aus dem Jahre 1798. Eine Infotafel und ge­mütliche Sitzgruppe lädt zur Rast und zum Verweilen ein. Der Weg führt dann zurück zum Bachweg und von dort bergauf nach Starkenburg. Im Ort geht es vorbei an zwei alten Dorf­backhäusern, bevor man den Aussichtspavillon erreicht. Hier bietet sich eine Rast mit traumhafter Aussicht ins Moseltal und weit in die Eifel hinein an. Weiter geht es durch den Ort und über die Kirster Höhe. Genießen Sie die ständig wechselnden Panoramen mit Blick ins Moseltal, auf den Mont Royal und die Weinbergslagen Enkircher Zeppwingert und Enkircher Her­renberg, sowie den Ankerplatz für Weinkenner Enkirch. Über enge Fußpfade und romantische Wege führt der Leiermanns­pfad zum Ausgangspunkt im Dorf zurück. 

LINK: pdf Leiermannspfad

 

Der Leiermann vom Ahringsbach

Vor zwei- oder dreihundert Jahren gab es in den Moseldörfern noch keine Musikkapel­len, die bei Festen und Feiern, zu Kindtaufe, Hochzeit oder Kirmes aufspielten. Das be­sorgte einstmals die Leier, eine Art Geige, die mit einer Drehkurbel zum Klingen ge­bracht und zugleich an den Seiten gezupft wurde.
Auch in Enkirch wohnte ein Leiermann, der vorzeiten einmal spätabends von einer Hochzeitsfeier in Starkenburg heimkehr­te. Er benutzte jenen steilen Bergpfad, der heute den Namen Leiermannspfad trägt. Plötzlich vernahm er ein seltsames Brum­men und Grunzen und blieb wie angewur­zelt stehen. Da gewahrte er in geringer Entfernung einen riesengroßen Bären. Flink wie ein Eichhörnchen kletterte der Leiermann auf einen Baum, denn schon kam der Bär mit mächtigen Sätzen herbeigerannt. Mit unablässigem Gebrumm tollte das mächtige Tier rings um den Baum, stieß die Nase an die Rinde und hob die Tatze mit langen, scharfen Krallen bedrohlich am Stamm empor. Die dichten Äste aber hinderten das Untier am Erklettern des Baumes.
Eine Zeitlang saß der Leiermann steif und starr vor Angst im Astwerk und blickte auf das brummende Ungetüm herab. Als er sich endlich ein wenig von seinem Schreck erholt hatte, begann er auf der Leier zu spielen. Aber alle Musik war umsonst; der Bär wich nicht von der Stelle, sondern setzte sich aufs breite Hinterteil und tollte ein ums andere Mal brummend um den Baum herum.
So spielte der Leiermann die ganze Nacht hindurch. Einerseits machte er sich auf diese Weise selber Mut, zum anderen wirkten die lieblichen Töne beschwichtigend auf das rastlose Tier. Ja, erst im Morgengrauen verschwand der Dickpelz im Wald, denn er fürchtete den hellen Tag. Hurtig kletterte der Leiermann von seinem ungemütlichen Nachtlager herab und rannte, so schnell ihn die Beine davontrugen, nach Enkirch.
Quelle:

Gekürzt aus_ Geister, Grafen und Ganoven" Sagen, Legenden, Geschichten aus dem Moselland von Rein hold Wagner. Hetios Verlags- und Buchvertriebsgesellschaft, 52068 Aachen, Telefon: 0241 - 555426, ISBN: 3-925087-50-8