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Geschichte
zur Evangelischen Kirche Starkenburg
Dem Betrachter von der Mosel her fällt die
Kapelle sofort in die Augen, denn sie bestimmt mit das Ortsbild, weshalb
es nicht unterlassen werden soll, auch die Geschichte des kleinen Gotteshauses
zu erzählen.
Die erste Kapelle war auf der Burg und dem heiligen Johannes dem Täufer
geweiht. Es handelt sich bei dem Patrozinium Johannes d.T. um ein solches
alter Kirchen.
Die Kapelle war eine gefreite (Capella libera), wie auch die Burgkapelle
von Dill. Die Burgkapläne, die wohl anfangs von der Propstei Corvey,
später vom Mönchshof auf die Burg kamen, waren dort wichtige
Personen, den sie waren des Lesens und Schreibens kundig.
Aus ihrer Zahl soll nur Erwähnung finden der kluge Rat Lorettas Bertram
von Vankel (Fankel a. d. Mosel) und der Geheimschreiber des letzten Sponheimer,
der Zisterziener-Mönch Gobelin aus dem Kloster Dissibodenberg.
Gobelin begleitete Johann nach Jerusalem und wurde Abt des Klosters Sponheim.
Über den Zustand der Burgkapelle erfahren wir aus einem Bericht von
1643, dass sie allmählich recht baufällig geworden sei.
Man baute eine Notkirche im Dorf, auf der gleichen Seite, wo die heutige
Kapelle steht, aber weiter in Richtung Enkirch zu.
Als 1704 im spanischen Erbfolgekrieg Erbprinz Friedrich von Hessen-Kassel
mit den verbündeten Truppen sein Hauptquartier in Starkenburg aufschlug
und die Grevenburg belagerte, wurde diese erste Kapelle im Dorf beschädigt.
Im Laufe der Zeit ist die Kapelle nicht besser geworden, so dass wiederholt
die Gemeinsherrn angegangen wurden, eine neue Kapelle zu bewilligen.
1763 wurde eine Kollekte in der ganzen hinteren
Grafschaft genehmigt und am 24.4.1764 von dem sehr rührigen Pfarrer
Bartz der Grundstein gelegt.
Den Bauplan riss der Trarbacher Baumeister A.C. Ludolph auf, und Maurermeister
Johann Peter Jobs aus Litzig errichtete einen 12.30 Meter langen und 7.60
Meter breiten Saalbau mit sechs rundbogigen Fenstern und dreiseitigem
Chorabschluss. Als Zimmermeister waren die Trabener Richard und Jost Dinkel
sowie Jörg Daniel Ring tätig. Neben dem Aufbau eines achteckigen
Dachreiters über dem Giebel zogen sie auch die gebogene Holzdecke
ein. Leyendecker Görg Hey kam aus Wolf.
Der
Enkircher Pfarrer Pfender weihte die Kirche am 30. Juni 1765, und elf
Jahre danach malten Jakob Homburg und J.P. Weber für dreißig
Reichstaler die Wände mit Steinfarbe und die Decke perlfarbig aus
und schufen außerdem ein Dreifaltigkeits-Chorbild. Allerdings stammten
die noch heute vorhandenen Malereien an der Westempore kaum von den beiden
Künstlern. Die Bilder zeigen die zwölf Apostel und die Propheten.
An der rückwärtigen Wand ein Bild Salvatore Mundi.
Die hölzerne Kanzel könnte schon in der Vorgängerkirche
gestanden haben. Bereits 1770 ist eine Orgel erwähnt. Die heutige
stammt aus der Werkstatt Stumm, hat 1 Manual und 8 Register. Mit ihrem
fünfteiligen Prospekt wurde sie 1785 eingebaut. Im Jahr vorher bekam
die Kirche eine Uhr.
Wahrscheinlich bei der Zerstörung der Kapelle 1704 ging eine kleine
Glocke verloren. 1874 wurden vom Siegener Glockengießer Claren drei
Klangkegel für die kleine Kirche gegossen. Deren zwei mussten im
Ersten Weltkrieg abgegeben, wovon 1926 nur eine ersetzt wurde. Nachdem
die Gemeinde im Zweiten Weltkrieg erneut eine verlor, ertönte zu
Pfingsten 1957 das durch zwei neue Glocken vervollständigte Geläute
erstmals wieder in ursprünglicher Dreisamkeit. Es ist abgestimmt
auf "es-f-as"
Der Innenraum der kleinen Kirche, die heute der Enkircher Pfarrer bedient,
wurde 1983 restauriert und zeigt sich nunmehr in ihren ursprünglichen
Farben.
Hilfe
für klangschönes Sorgenkind
Schön, aber renovierungsbedürftig:
die Stumm-Orgel in der Starkenburger Kirche. Der Zahn der Zeit hat während
über zwei Jahrhunderten an dem historischen Kunstwerk genagt. Temperaturschwankungen,
besonders im Winter, sowie menschliche Eingriffe, haben dazu beigetragen,
dass das wertvolle Instrument einer umfangreichen Restaurierung bedarf.
Zur Finanzierung der Restaurierung
wurde ein Orgelfonds eingerichtet.
Kennwort: Orgelrenovierung Ev. Kirche Starkenburg
Konto: 11 230 927
Bank: KSK Rhein-Hunsrück BLZ: 560 517 90
Quelle:
"Die Gotteshäuser im Ev. Kirchenkreis Simmern-Trarbach"
Bezugsquelle:
Evangelischen Kirchenkreis Simmern-Trarbach Kreiskirchenamt
Am Osterrech 5, 55481 Kirchberg / Hunsrück,
Tel. 06763 - 9320-0, Fax 06763 - 9329-50
Autor: Dieter Diether, Ellern
Zur Kirchengemeinde Enkirch-Starkenburg - http://www.ekir.de/enkirch
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