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Die Starkenburg und das Dorf
Das Dorf mit der ehem. Starkenburg
auf wuchtigem Felssockel war der Sitz eines angesehenen Geschlechts gewesen,
welches über ein ansehnliches Gebiet, wenn auch verstreut, von Birkenfeld
zur Mittelmosel bis Winningen am Unterlauf der Mosel herrschte und in
unserer Heimat über 300 Jahre die Geschicke bestimmte.
Dieses Geschlecht war aller Wahrscheinlichkeit nach mit den Kaisern aus
dem Hause der Salier verwandt.
Burg und Ort haben eine bewegte Zeit erlebt. Eine Gräfin hielt eine
lange Zeit die Zügel der Herrschaft fest in ihren Händen und
scheute nicht zurück, zu List und Gewalt Zuflucht zu nehmen, als
sie um den Bestand ihrer Herrschaft fürchten musste.
Ein Kurfürst, der auch Erzbischof war, der Neffe eines Kaisers wurde
von ihr auf der Starkenburg gefangen gehalten, ein König von
Böhmen eilt herbei, um den Streit zu schlichten und erst eine Reise
zum greisen Papst im weiten, südlichen Avignon besänftigt die
hoch gegangenen Wellen und die Gräfin wird auf ihrem Heimweg, mit
Huld und Gnaden überhäuft, entlassen.
Ihr Sohn, Johann d. III,
festigte die Herrschaft, er genießt die Früchte der Arbeit
seiner Mutter.
Als edler Ritter hält er Hof auf
der Starkenburg. In einem Jahr wurden 60 Stück Wein getrunken und
für Tross und Pferd monatlich 20 Malter Korn und 50 Malter Hafer
vorrätig gehalten.
Dieser Herr musste zusehen, als er
belagert wurde, wie sein größter Ort nahe seiner Burg, Enkirch,
in Schutt und Asche sank.
Unermüdlich und rastlos wie seine Mutter hatte er vorgesorgt, dass
sich dies ein 2. Mal nicht wiederholen sollte.
Über Trarbach hatte er die Grevenburg gebaut und die Stadt mit einer
Mauer umgeben und sie mit einer solchen mit der neuen Burg verbunden.
Im hohen Alter ist er dort erblindet gestorben.
Keine 40 Jahre gehen in`s Land und die Sponheimer sind ausgestorben.
Bis zum Ende erfährt nun die Grafschaft mit ihren Einwohnern das
Geschick, von 2 Herrn regiert zu werden, fast 400 Jahre lang. Die Burg
auf dem hohen Fels wird nicht mehr gebraucht, sie fällt zusammen
und wird endlich restlos abgerissen.
Als dies geschieht, sind die Bewohner Zeugen eines großen Vorhabens.
Gegenüber auf der Hochfläche baut der Franzosenkönig den
Mont Royal, eine Zwingfeste für das ganze Land. Nach ihrer Zerstörung
sind kaum hundert Jahre vergangen, als wieder Franzosen im Lande eindringen,
diesmal Sendboten einer Republik und südlich des Ortes um den Kampstein
mehrere große Schanzen bauen, um sich gegen die verbündeten
Mächte an der Mosel halten zu können.
Ein Auf und Ab ist im Leben dieser kleinen Gemeinde festzustellen, die
mit ihren Einwohnern am Geschick der großen Herrn teilnehmen mussten.
Ein Fortschritt trat aber erst ein, als die Freizügigkeit unserer
Zeit die Lebensverhältnisse besserte und auch dem Landmann den Anschluss
an den zunehmenden Wohlstand sicherte.
Text und Zeichnungen: Heimat- und Wanderführer
Starkenburg
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